Geschichtsverein Westuffeln e.V.
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Berichte über Veranstaltungen

Jahresrückblick 2016

Geschichtsverein Westuffeln e.V.
10. Jahresrückblick für Westuffeln wird verteilt

Zum 10. Mal gibt der Geschichtsverein Westuffeln einen Jahresrückblick mit den wichtigsten Ereignissen des vergangenen Jahres heraus. Mit dem Jahresrückblick 2016 werden neben Veranstaltungen und besonderen Ereignissen auch Veränderungen im Dorfleben dokumentiert, die nicht an bestimmte Termine gebunden sind. Der Jahresrückblick besteht aus erläuternden Texten und vor allem aus Bildern, die einen Eindruck von dem vermitteln, was Westuffeln im vergangenen Jahr ausgemacht hat. Ergänzt wird die noch junge Vergangenheit der letzten zwölf Monate mit Erinnerungen an länger zurückliegende Dorfgeschichte mit Bildern, Dokumenten und Presseberichten aus alten Zeiten, Erinnerungen von Vereinsmitgliedern, einem Bilderrätsel, Westüüfelscher Mundart und anderen Inhalten. Auch Westuffelns Nachbarschaft wird in den Blick genommen.

Das Titelblatt ist in diesem Jahr etwas ungewöhnlich ausgefallen. Während in der Vergangenheit meist Dorfansichten auf dem Konterfei zu sehen waren, ist es in diesem Jahr das Schandgesicht eines mittelalterlichen Fachwerkhauses in Westuffeln. Das Gesicht – auch Schandpranger genannt – wurde in einem der Eckständer des Hauses in der Kasseler Straße (früher: Holländische Straße) mit Blickrichtung zur früheren Zehntscheune der Herren von der Malsburg geschnitzt. Vor dem Schandgesicht, das die Zunge herausstreckt, wurden verurteilte Straftäter – vermutlich vor allem Einwohner, die den Zehnten nicht entrichtet hatten – angekettet und der Verachtung der Bevölkerung preisgegeben. Die Menschen wurden „an den Pranger“ gestellt.

Während der Jahresrückblick für 2007 noch 40 Seiten hatte, ist der Umfang in den vergangenen 10 Jahren nach und nach auf 100 Seiten bei einer Auflage von 1.000 Exemplaren angewachsen. Alle 10 Jahresrückblicke wurden farbig gedruckt und kurz vor Weihnachten im Ort kostenlos verteilt. Finanziert wird der Druck der Broschüre durch Anzeigen vor allem örtlicher Unternehmen, denen der Verein herzlich dankt. Inzwischen gibt es auch einen umfangreichen Verteiler für Interessenten außerhalb Westuffelns, die ebenfalls ein Exemplar erhalten. Nach Weihnachten liegen die Rückblicke im Edeka-Markt Finis und der Raiffeisenbank in Westuffeln aus. Wer Interesse hat, z. B. für ehemalige Westuffelner oder Familienangehörige, kann sich auch an den Vereinsvorstand wenden, der den Jahresrückblick – solange der Vorrat reicht – gern abgibt.

Vor dem Start zum Verteilen der Rückblicke 2016 Vorstandsmitglieder und Helfer mit älteren Broschüren 2007 - 2015 und druckfrischen Exemplaren von 2016; von links nach rechts und von vorn nach hinten: Wolfgang Lange, Marvin Berndt, Anna Finis, Franziska Lange, Martha Friedrich, Jürgen Düster, Angelika Berndt, Luise Lauer, Albrecht Richter, Dagmar Simon, Erhard Jäger, Helmut Berndt, Andreas Richter (Foto: Brunhilde Berndt)

Frühjahrswanderung nach Laar

Die Wandergruppe des Geschichtsvereins Westuffeln vor der historischen Mühle Laar von 1599

Geschichtsverein Westuffeln e.V.
Groß und Klein auf den Spuren der Karolinger – Frühjahrswanderung nach Laar

Die Wettervorhersage ließ Böses erahnen: Regen, Hagel, Schnee, Wind – alles war dabei. Am Treffpunkt fanden sich dann aber zur freudigen Überraschung der Organisatoren trotz des widrigen Wetters viele Wander- und Geschichtsfreunde ein. Und siehe da: Als die Gruppe sich Richtung Hagen in Bewegung setzte, kam sogar manchmal die Sonne zum Vorschein. Der 5 km lange Weg führte durch die südliche Feldgemarkung bis zur Waldgrenze. Die erste kurze Rast gab es an einer vom Vatertagsclub neu aufgestellten Bank mit einem herrlichen Blick auf Westuffeln, die blühenden Schwarzdornhecken und die gelben Rapsfelder der Gemarkung. Dann ging es weiter durch den schon recht grünen Wald und zur Freude der vielen mitwandernden Kinder gab es dann auch einen Graupelschauer. Wie kleine Styroporkugeln fiel der Niederschlag vom Himmel und brachte einen Hauch von Winter. Doch nach wenigen Minuten war der Spuk schon wieder vorbei und die Sonne schien wieder. Aprilwetter!

Nachdem der Hagen durchquert war, bog die Gruppe schließlich auf das letzte Stück der Ernastraße Richtung Laar ein und mit den vielen blühenden Kirschbäume begleitete der Frühling die Wandergruppe. Die Warme wurde überquert und an der historischen Mühle von 1599 wartete Herr Röhling vom Touristikverein Zierenberg bereits auf den Geschichtsverein Westuffeln, um die Mühle und das Müllerhandwerk zu erläutern. Im Mühlenmuseum sind viele historische Geräte des Handwerks ausgestellt und Herr Röhling erklärte diese fachmännisch. Lieder und Sprüche (Wer zuerst kommt, mahlt zuerst) zum Müllerhandwerk rundeten die Führung ab.

Frau Dora von Starck führte einen Teil der Gruppe zum unterhalb der Laarwand 1723 angelegten Friedhof und berichtete über die hier Bestatteten, überwiegend Besitzer, Pächter oder Arbeiter von Laar – insgesamt über 300 Menschen. Vor 1723 wurden die Toten von Laar auf dem Friedhof in Westuffeln beerdigt, ein Relikt des kirchlichen Patronats der Herren von der Malsburg, die Laar einst gründeten. Kirchlich gehörte Laar noch bis 1854 zu Westuffeln.

Vor dem Friedhof berichtete Vereinsvorsitzender Wolfgang Lange über den Königshof Laar über der Laarwand, der als Wallburg auf einem Felssporn verteidigungsstrategisch geschickt angelegt war. Der Königshof – auch Curtis genannt – wurde zur Zeit der Karolinger angelegt und diente auf einer Fläche von 2,5 Hektar der Beherbergung von Beamten des Kaisers oder Königs und militärischen Einheiten in Regimentsstärke mit Verpflegungsmaterial und Vieh. An der Grenze zwischen Franken und Sachsen diente der Königshof der Reichsbefestigung und war wohl auch Ausgangspunkt für Eroberungszüge. Das Land an Diemel und Warme ist altes Grenzgebiet.

Im Jahre 938 war der Königshof bereits mehrere hundert Jahre alt, als der fränkische Burgherr vom sächsischen König und späteren römisch-deutschen Kaiser Otto belagert wurde. Nach einem Waffenstillstand wurde die Burg an Otto übergeben und danach aufgegeben. Sie hatte jegliche Bedeutung verloren und die Natur nahm Besitz von ihr. Die beiden Verteidigungswälle sind jedoch heute noch nach fast 1.100 Jahren gut erkennbar.

Die Burg geriet in Vergessenheit bis Anfang des 20. Jahrhunderts Ausgrabungen auf dem Gelände des Königshofes durchgeführt wurden. Dabei wurden Tonscherben aus karolingischer Zeit und eine eiserne Sichel gefunden und ein Keller, der mit flachen Kalksteinplatten ausgekleidet war, ausgegraben. Obwohl das Gut Laar erst 1322, also 400 Jahre nach Aufgabe der Burg, erstmals erwähnt wurde, wurde der alte Königshof Namensgeber für das Gut.

Abschließend erklärte Frau von Starck den Interessierten die einzelnen Gebäude des Gutes und ihre Geschichte. An einem Wirtschaftsgebäude befindet sich noch eine historische Steintafel von Otto von der Malsburg aus dem Jahr 1565. Neben Scheunen und Stallungen bildeten u. a. das Herrenhaus, Schmiede, Gärtnerei, Mühle und Arbeiterhäuser das Gut.

Nach der Wanderung und den vielen Informationen zum geschichtsträchtigen Zielort waren die Teilnehmer froh, als sie sich im Obergeschoss der alten Mühle zu Kaffee und Kuchen niederlassen und ausruhen konnten. Nach der Rast ging es über die Ernastraße – benannt nach Erna von Starck, der Ehefrau eines früheren Gutsbesitzers, wieder durch den Hagen zurück nach Westuffeln.

Licht im Advent

Gemischter Chor Westuffeln
Geschichtsverein Westuffeln

Licht im Advent -
Heiter-besinnlicher Adventsnachmittag in der besonders beleuchteten Westuffelner Kirche


Wie schon in 2013 luden auch im Advent 2015 der Gemischte Chor Westuffeln und der Geschichtsverein Westuffeln zu einem heiter-besinnlichen Adventsnachmittag in die Westuffelner Kirche ein. Ein besonderer Anlass war dafür der Grund, denn Westuffeln ist in 2015 1050 Jahre alt geworden und hat dieses Jubiläum im Sommer 2015 gefeiert. Zum Abschluss dieses besonderen Jahres für Westuffeln haben beide Vereine einen Adventsnachmittag vorbereitet und viele Gäste kamen in die Westuffelner Kirche.

Das Motto des Nachmittages lautete „Licht im Advent“. Auf vielfältige Weise bildet das Licht im Advent ein ganz besonderes Element und wird daher in vielen Liedern und Geschichten beschrieben. Bei der Auswahl orientierte sich das Vorbereitungsteam daher inhaltlich vor allem an den Adventslichtern. Andreas Zier leuchtete die Kirche mit vielen Farben und Effekten aus und das alt-ehrwürdige Gebäude zeigte sich in ungewöhnlichen und neuen Facetten.

Den Auftakt bildete das Duo Welkin (Linda Neitsch und Andreas Zier) mit zwei Liedern von Chris de Burgh und Leonard Cohen. Nach der Begrüßung der Gäste durch die Vereinsvorsitzenden Claudia Hedrich und Wolfgang Lange gab es einen Ausflug in die Geschichte zu der Frage, wie sich Menschen in alten Zeiten das Licht zunutze machten. Brunhilde Butterweck erzählte eine Geschichte über einen unscheinbaren Baumwollfaden, der zu einem Teelicht wurde, und Hilleburg Brede, Anna Finis, Alexandra Dehmel, Brunhilde Butterweck, Wolfgang Lange und Marvin Berndt gaben den vier Adventskerzen Namen und der Hoffnung als zentrales Thema im Advent Ausdruck.

Eine Welturaufführung erlebte das alte Gedicht „Knecht Ruprecht“ von Theodor Storm, das erstmals in Westuffler Mundart vorgetragen wurde. Über die Weihnachtsmaus, die in der Nacht kommt und die Süßigkeiten der Weihnachtszeit stibitzt, berichtete Mike Engelbrecht in seiner unnachahmlichen Art und brachte die Zuhörer ebenso zum Lachen wie Walter Kampe mit einer Geschichte über einen alten Weihnachtsbaumständer, der wieder zum Leben erweckt wurde, aber dann doch nicht so funktionierte, wie er sollte. Vom strahlenden, weisen und weißen Monat Januar, der seine Monatskollegen nervt, berichtete schließlich Annette Engelbrecht in einer Geschichte von Elke Bräunling. Marvin Berndt trug zum Abschluss noch das Gedicht „Wenn et druuten fröher dunkel werd“ in Westuffler Platt vor.

Abwechselnd zu den Geschichten und Gedichten wurden Lieder vom Chor vorgetragen oder gemeinsam gesungen. Der Gemischte Chor Westuffeln unter der Leitung von Agnes Storz riss die Zuhörer mit den Liedern „Wir sagen euch an den lieben Advent“, „BrennendeLichter“ und „Diese Nacht ist wie ein Wunder“ zu Beifallsstürmen hin. Ein besonderes Highlight mit Gänsehaut-Effekt war das schwedische Weihnachtslied „Jul, Jul, stralande Jul“ (Weihnacht, strahlende Weihnacht), dessen Text zuvor von Mike Engelbrecht ins Deutsche übersetzt vorgetragen wurde.

Besonderen Wert legten die Veranstalter auch auf das gemeinsame Singen. So erklangen viele alte und bekannte Weihnachtslieder in der Kirche und vermutlich hatte jeder Besucher bei „Am Weihnachtsbaume, die Lichter brennen“, „Leise rieselt der Schnee“, „Alle Jahre wieder“, „Süßer die Glocken nie klingen“ oder einem der anderen gemeinsam gesungenen Lieder eine besondere Erinnerung an Weihnachten vor Augen. Begleitet wurden die Lieder von Ulla Kozacenko am Keyboard und Agnes Storz auf der Flöte. Den Abschluss bildete das für viele schönste Weihnachtslied „Stille Nacht“, das 1818 im Salzburger Land entstanden war und dessen Entstehung sogar verfilmt wurde.

Nach dem Programm konnten sich die Gäste mit Bratwürstchen, Broten mit Käse oder von Anna Finis selbst gemachtem Schmalz, Glühwein, Tee und allerlei kalten Getränken stärken. Viele Besucher machten davon Gebrauch und blieben noch in geselliger Runde zusammen. Der Weg zur Kirche und die südliche Kirchenmauer waren mit vielen Teelichtern beleuchtet, zwei Feuerkörbe vor der Kirche sorgten für gemütliche Stimmung und auf dem Rasen vor der Kirche wurde eine „1050“ mit Lichtern nachgestellt. Der Kirchenvorstand sorgte dafür, dass der fast tausendjährige Kirchturm angestrahlt wurde und weithin sichtbar war. So klang der Adventsnachmittag am frühen Abend aus und die Besucher traten den Heimweg an.

Statt Eintritt baten die Organisatoren um Spenden für den Erhalt des Kirchengebäudes.
Auch der Überschuss aus den Verkaufserlösen wird für diesen Zweck zur Verfügung gestellt.

Jahresrückblick 2015 wird verteilt

Die druckfrischen Exemplare

Auch die jüngsten Vereinsmitglieder helfen beim Verteilen: John Erkelenz, Marvin Berndt und Franziska Lange (von links) mit den ersten druckfrischen Exemplaren des Jahresrückblicks 2015 in der Bibliothek des Geschichtsvereins

Der Jahresrückblick des Geschichtsvereins Westuffeln für 2015 ist erschienen und wird in den nächsten Tagen im Ort an alle Haushalte kostenlos verteilt.

Seit 2007 erstellt der Verein zum Ende des Jahres einen Jahresrückblick mit den wichtigsten Ereignissen in Westuffeln und Umgebung. In 2015 war die 1050-Jahrfeier das zentrale Event und nimmt dementsprechend auch den größten Platz in der Broschüre ein. Neben den Veranstaltungen im Ort werden auch Kultur, Natur und Landschaft dargestellt sowie Geschichten erzählt. Ein Rückblick in alte Zeiten mit historischen Fotos und Dokumenten ist ebenso enthalten. Neu ist in diesem Jahr ein Kapitel unter der Überschrift „Westuffeln goes international“, in dem Westuffler, die zeitweise oder ganz im Ausland leben und arbeiten, über ihre Erlebnisse und Begegnungen in den USA, Großbritannien und Israel berichten, ebenso wie ein türkischer Austauschschüler, der ein Jahr in Westuffeln bei einer Gastfamilie lebt.

Eine Broschüre mit Format:
Die Broschüre im A5-Format umfasst genau 100 Seiten mit vielen farbigen Bildern. Neben der Verteilung im Ort erhalten auch auswärtige Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins in aller Welt ein Exemplar – auch in Alaska oder Südafrika wird der Jahresrückblick gelesen. Nach Weihnachten werden die Hefte auch in den örtlichen Geschäften und Geldinstituten zum Mitnehmen ausgelegt.

Interessierte, die außerhalb Westuffelns wohnen und keine Möglichkeit haben, den Jahresrückblick abzuholen, können sich an den Vorstand wenden und werden dann in den Verteiler aufgenommen.

Bericht zur 1050 Jahrfeier

Reisebericht Rumänienhilfe am 20.03.2015

Kinder ohne Schuhe

- kein ungewöhnliches Bild in den Zielorten der Hilfstransporte, die von Westuffeln und Ostheim aus gestartet sind (Foto: Günter Rüddenklau)

Geschichtsverein Westuffeln e.V.

Bericht über Hilfstransporte nach Südosteuropa

Der Einladung des Geschichtsvereins Westuffeln zu einem Vortragsabend mit Berichten über die Hilfstransporte von Ottmar Rudert (Ostheim) und Günter Rüddenklau (Westuffeln) zu armen und bedürftigen Menschen in Südosteuropa folgten rund 80 interessierte Gäste in das Schützenhaus Westuffeln, das damit gut gefüllt war. Unterstützt wurden die beiden Landwirte dabei von Josif Tuvichi aus Piatra Neamt (im Nordosten Rumäniens), der aus eigener Sicht über die Verhältnisse in seinem Heimatland berichten konnte. Der Geschichtsverein folgte damit dem Bestreben, nicht nur ältere, sondern auch jüngere Geschichte in den Blick zu nehmen und zu dokumentieren.

Durch Arbeiter in ihren landwirtschaftlichen Betrieben, die über die armen Verhältnisse in ihren Heimatländern im Südosten Europas berichteten, kamen Ottmar Rudert und Günter Rüddenklau auf die Idee, Hilfstransporte zu organisieren und Hilfsgüter direkt zu den bedürftigen Menschen zu bringen. Entsprechende Güter – von Winterbekleidung über Schuhe bis hin zu Fahrrädern – wurden gesammelt und füllten zuletzt drei große LKW. Viele Menschen fanden die Idee gut und gaben hier ausrangierte Waren für den Transport nach Südosteuropa auf den Höfen von Rüddenklau und Rudert ab.

Die ersten Reisen führten über die Karpaten nach Moldawien in der Nähe der Grenze zu Rumänien – somit der Außengrenze der EU und da lag auch gleich ein Problem, denn die Transporte wurden misstrauisch bewertet und lange Wartezeiten an der Grenze waren die Folge. Die Grenzbeamten glaubten nicht, dass es sich wirklich nur um Hilfstransporte handelt und verlangten einen Anteil. Sie mussten schließlich erst „überzeugt“ werden, damit die Reise fortgesetzt werden konnte.

Um diese Situationen zu vermeiden, führten die weiteren Reisen dann in den Osten Rumäniens, wo die Armut ähnlich groß ist wie in Moldawien. Kaum zu glauben in einem Land der EU, keine zwei Flugstunden von Deutschland entfernt. Von vielen Begegnungen mit hilfsbedürftigen Menschen wurde berichtet, z. B. von Kindern, die statt Spielsachen lieber Schuhe nahmen, damit sie nicht mehr barfuß im Schnee laufen mussten oder Behinderte, die dank eines Rollstuhles zum ersten Mal in der Lage waren ein Stück weit mobil zu werden. Eine Familie, deren Haus abgebrannt war und die keine Mittel zum Wiederaufbau hatte, musste zu den Nachbarn ziehen und mit 18 Personen in einem Haus leben, deren gesamte Wohnfläche so groß war wie in Deutschland in der Regel nur das Wohnzimmer.

Neben vielen tragischen und traurigen Begegnungen gab es jedoch auch von vielen amüsanten Erlebnissen zu berichten, wenn z. B. aus Gastfreundschaft als besonderer Leckerbissen ein in Gelee eingelegter Hühnerfuß zum Essen angeboten wurde und letztlich auch nicht abgelehnt werden konnte.

Die Reiseberichte wurden mit vielen Fotos dokumentiert und von den Gästen aufmerksam verfolgt, schließlich auch mit großem Applaus und Anerkennung quittiert. Der nächste Hilfstransport ist für November 2015 geplant und neben Sachspenden wird dann auch Geld benötigt, um die LKW’s zu mieten und zu betanken oder vor Ort auch noch Anschaffungen tätigen zu können. Ein dafür aufgestelltes Sparschwein wurde gut gefüllt. Die Organisatoren wiesen noch darauf hin, dass Sachspenden erst wieder kurz vor Beginn des nächsten Hilfstransports im November 2015 zusammen getragen werden und jetzt noch nicht eingelagert werden können.